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Sakralnervenstimulation (SNS), sakrale Nervenmodulation

Bei der Sakralnervenstimulation oder sakralen Neuromodulation (SNS) handelt es sich um ein Neuromodulationsverfahren, welches bei verschiedenen Kontinenzstörungen im Blasen- Darmbereich und Schmerzen im Beckenboden eingesetzt wird. SNS kann zum Beispiel. im urologisch / gynäkologischen Bereich eingesetzt werden bei Dranginkontinenz (häufiger, teils schmerzhafter Harndrang), bei hypotoner Blasenentleerungsströung (Patienten, die unfähig sind, die Blase zu entleeren und sich katheterisieren müssen).
In der Proktologie / Gastroenterologie kann die SNS mit Erfolg bei Stuhlinkontinenz (unzureichende Schließmuskelfunktion), aber auch bei chronischer schwerer Obstipation (Verstopfung) eingesetzt werden. SNS kann hierbei die Lebensqualität für die Patienten massiv verbessern bei Beschwerden, welche sonst nur schwer oder nicht zu behandlen sind. SNS kann somit durchaus eine Alternative zu schweren, teils destruktiven Operationen (Blasenentfernung, Blasen- oder Schließmuskelplastik) in Betracht gezogen werden

Implantationsverfahren
Die Implantation besteht aus 3 Phasen:

  1. Implantation einer oder zweier Testelektroden. Dies kann unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose erfolgen. Die Elektrode (n) werden unter Röntgenkontrolle eingesetzt und zunächst nach außen abgeleitet. Der Eingriff erfolgt ausschliesslich stationär und dauert ca 20 – 30 Minuten.
  2. In der Testphase (Patient ist in der Regel zu Hause), welche 1 bis 2 Wochen dauern kann, wird getestet, ob das Verfahren hilft. Der Patient(in) führt in der Regel ein Kontinenztagebuch; er/ sie kann den timulator mit einem einfachen Steuergerät ein und ausschalten, sowie die Stromstärke (Spannung) regulieren.
  3. Wenn in der Testphase eine deutliche Verbesserung der Beschwerden vorhanden ist, kann im Rahmen einer 2. kleinen Operation (ca 20 Minuten in Vollnarkose) das Kabel nach innen unter die Haut verlegt und mit einem kleinen Schrittmacher verbunden werden.
    Wenn in der Tesphase keine Verbesserung nachzuweisen ist, können die Elektroden ohne Schaden für den Patienten wieder entfernt werden.


Das Verfahren ist effektiv in der Behandlung der oben beschriebenen Erkrankungen, welche aus verschiedenen Ursachen heraus entstehen können (idiopathisch, neurologische Erkrankungen, Unfälle ...)-
Die SNS ist reversibel und adaptierbar; das heißt, dass die Stimulation jederzeit in Stärke und Form reguliert und somit für den Patienten angenehm angepasst werden.kann. Wenn nötig, kann die Stimulation jederzeit gestoppt werden. Es werden keine Strukturen zerstört. Somit ist der /die Patient (in) jederzeit auch für weitere neue Therapien offen.

 

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Neuromodulationsverfahren